Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Der Jazzmythologie des Kritikers Joachim-Ernst Berendt zufolge ist John Coltrane der Sisyphos des Free Jazz, der den Stein immer wieder auf den Berg rollt, während Ornette Coleman schon am Gipfel steht und ganz entspannt sein Altsaxofon ertönen lässt. Dass Colemans frohsinnige Melodien platzkonzerttauglich sind, hat Wolfgang Puschnig mit seinen Alpine Aspects (ein um The Amstetten Brass Band bereichertes Sextett) schon vor Jahren am Hauptplatz von Saalfelden bewiesen, nun legt er in Zusammenarbeit mit seinem Arrangeur Robert Pussecker das Album "Homage to O.C." (Universal) vor, das auch gleich mit den bestens gelaunten "Peace Worriors" beginnt. Puschnig beherrscht das Idiom aus dem Effeff und hat mit seinem alten Bass-Spezl Jamaaladeen Tacuma auch einen Mann an der Hand, der über ein Jahrzehnt in Colemans Band Prime Time für Funkiness verantwortlich war. Die alpinen Aspekte, die man wohl genauso gut als balkanmäßig oder kletzmeresk empfinden könnte, sorgen für einen Verfremdungseffekt,


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