Die späte Rache des Wendejahres 2000

Falter Welt | Oliver Rathkolb | aus FALTER 40/08 vom 01.10.2008

Rote Regierungschefs, die von einer linken Mehrheit träumen, müssen von Kreisky Populismus lernen

Das Wahlergebnis hat die beiden großen Massenparteien SPÖ und ÖVP zu Mittelparteien reduziert und erstmals deutlich das noch getrennte rechtspopulistische Lager FPÖ/BZÖ als zweitstärkste Partei verankert. 1999 war kein Betriebsunfall. SPÖ und ÖVP, die ihre ideologischen Wurzeln in der Monarchie haben, dominierten schon den zahnlosen Reichsrat des Habsburger Imperiums, die Erste und die Zweite Republik. Meist hatten die Christlichsozialen die Nase deutlich vorne, und die Sozialdemokraten agierten eher in Opposition oder als Juniorpartner. Das sogenannte „dritte Lager“, das sich nach 1918 eher deutschnational und kaum liberal orientierte, war im Vergleich dazu marginal. Ein Mehrheitsbeschaffer für christlichsoziale und unabhängige Kanzler – aber nie auch nur annähernd so stark wie FPÖ und BZÖ heute.

Gleichzeitig zeigt ein Blick in die Wahlstatistik seit 1907, dass mit Ausnahme


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