Am Apparat- Telefonkolumne

Herr Bürgermeister, warum hat das BZÖ bei Ihnen die Absolute?

Politik | Interview: Florian Klenk | aus FALTER 40/08 vom 01.10.2008

In Kärnten erreichte Haiders BZÖ 39,4 Prozent. Da kann Peter Suntinger, BZÖ-Bürgermeister der Gemeinde Großkirchheim, nur lachen. 51,9 Prozent der 1211 Wahlberechtigten stimmten hier im Nationalpark Hohe Tauern für die Orangen.

Herr Bürgermeister, das BZÖ hat in Ihrer Gemeinde die meisten Stimmen erreicht. Sind Sie stolz?

Wir sind mit der Arbeit des Herrn Landeshauptmanns zufrieden. Er tut Gutes für die sozial Schwachen.

Was denn?

Einem Bauern hat er einmal eine kleine Unterstützung zukommen lassen, als der eine Zufahrt brauchte. Haider kommt einmal im Jahr zu uns ins Dorf. Er versteht, dass auch eine Landgemeinde Infrastruktur braucht – etwa eine Sportanlage, einen Bauhof, ein Wegenetz. Die großen Herren der anderen Parteien haben ihre Wahlen nur in den Städten geschlagen.

Haider lässt Asylwerber einfach in Autobussen abschieben. Stört Sie das?

Das waren ja nicht irgendwelche Leute, sondern Straftäter.

Es waren Kinder dabei.

Wenn die Mutter straffällig geworden ist, dann ist es klar, dass die Kinder mitgeschickt werden. Einer Mutter nimmt man nicht das Kind weg, auch wenn sie noch so eine Schwerverbrecherin ist!

Sollte man nicht wenigstens warten, bis die Justiz entschieden hat?

Na sicher nicht, sonst warten wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag! Der Landeshauptmann ist der oberste Chef, er kann das so entscheiden.

Und die Unschuldsvermutung? Die Tschetschenen waren ja unschuldig.

Wenn zehn Tschetschenen beieinander sind, einer gewalttätig wird und es nicht herauszufinden ist, wer es ist, dann heißt es bei uns eben: „Alle für einen oder einer für alle.“ So ist das hier. Im Zweifelsfalle sind dann alle zehn abzuschieben. Fertig!

Ist das nicht Sippenhaftung?

Ja. Aber das passt. Es ist die einzige Möglichkeit, die Menschen zur Gerechtigkeit zu erziehen.


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