Totstreichler sucht Streichelweichen

Politik | Julia Ortner, Barbara Tóth | aus FALTER 40/08 vom 01.10.2008

Im Wahlkampf hat Werner Faymann das Tempo bestimmt. Jetzt ist er von den schwarzen Launen abhängig

Abtreten tut weh. Wer geglaubt hatte, die alte konservative Führungsgarde werde nach der bitteren Niederlage des Wahlsonntags mit einem Schlag entthront, wurde enttäuscht. Es ist eine Entmachtung peu à peu: Beim Parteivorstand am Montag nach der Wahl wurde Parteichef Wilhelm Molterer sein bisheriger Vize Josef Pröll als geschäftsführender Obmann zur Seite gestellt. Erst auf einem Sonderparteitag wird der vollständige personelle Wechsel vollzogen, neues Parteimanagement und Klubobmann inklusive. Die Schwarzen müssen noch eine Weile mit den alten Parallelstrukturen weiterleben – hier das Ancien Régime um Klubobmann Wolfgang Schüssel und Molterer, dort die nächste Generation, angeführt von Pröll. Wenn auch mit einer deutlichen Machtverschiebung zugunsten des Letzteren. Der neue starke Mann der Schwarzen hält sich derzeit alle Koalitionsoptionen offen, auch den Gang in die Opposition.


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