NachgesehenDer Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Gestern Nacht feierte die FPÖ hier, heute früh stinkt es nach Bier

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 40/08 vom 01.10.2008

Was war das für ein Jubel, als Sozialrevoluzzer und Wahlsieger Heinz-Christian Strache gestern Abend mit 18 Prozent und dem HC-Song im Rücken ins FPÖ-Zelt einzog und hunderte Menschen hier, zwischen Rathaus und Parlament, tanzten und lachten, sangen und tranken. Erst um vier Uhr morgens überließen die letzten Blauen das 1400 m2 große Zelt trotzig einem Dutzend Arbeiter. Drei Stunden danach hämmern, schrauben und scharren sie noch immer im Bierdunst der morgendunklen Halle, während draußen das Rathaus in den ersten Sonnenstrahlen ergelbt. Zwei Fußminuten waren es gestern vom blauen Sieger zum schwarzen Verlierer, dessen Zelt wie ein großer weißer Käfer um die Ecke in der Lichtenfelsgasse ruht. Im FP-Zelt ist das Wort „Heimat“ schemenhaft auf einem übriggebliebenen Wahlplakat zu erkennen, und es passt an diesen kalten Ort. Rot auf Weiß prangt es über leeren Bechern, zerquetschten Dosen und üppig gefüllten Müllsäcken. F


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