Zeit am Schirm

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 40/08 vom 01.10.2008

TV-Kolumne

Die Pubertät ist ein unbekanntes, finsteres Land. Umso fieser, wenn hormongebeutelte junge Menschen gerade in dieser fragilen Phase ihrer Existenz in einer Fernsehshow zu „Stars“ getrimmt, sprich vorgeführt werden. Aber weil solche Castingshows noch immer gute Quoten bringen, startet der ORF nun die vierte Staffel seiner Jungsängersoap „Starmania“ (ab 17. Oktober). Da kriegen die Kids wieder ihre 15 Minuten Ruhm, und alle dürfen sich an ihren kleinen Dramen erfreuen. Nur nachher ist es schnell Schluss mit lustig. Außer Christl Stürmer und dem Musical-Bubi Lukas Perman hat sich bisher kein Teilnehmer so etwas wie eine Gesangskarriere aufbauen können. Die armen Kinder kehren zurück in eine Normalität, mit der sie nichts zu tun haben wollten: Sie hackeln als Sachbearbeiter in einer Versicherung, als Schaufensterdekorateur bei H&M, als Friseurlehrling und schreiben ihre Hits nur mehr für Omi im Tiroler Heimstudio. Oder sie landen wie Kurzzeitstar Boris Uran in Therapie – wegen schwerer Depressionen.


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