Technik- Dinge, die uns brauchen

Google in der Hosentasche oder die Revolution in der Jackentasche

Medien | Thomas Vasek | aus FALTER 40/08 vom 01.10.2008

Die wahren Revolutionen beginnen nicht in den Köpfen, sondern in unseren Jackentaschen. Einst steckte da der Schreibstift. Später das Handy. Demnächst wird es das Google Phone (G1) sein. Wie immer fällt es schwer, das Revolutionäre zu erkennen. Das G1 wirkt wie ein gewöhnliches Smartphone, und doch ist es etwas ganz anderes. Die Intelligenz des G1 liegt nicht im Gerät selbst. Sie residiert in hunderttausenden Computern in Googles Datencentern rund um die Welt – in einer Art globalem Informationskraftwerk. Mobiltelefone verbinden Menschen miteinander. Das Google Phone verbindet Menschen mit Google, seinen Diensten und Applikationen. Immer und überall: Was wir einmal Telefon nannten, wird zur mobilen Steckdose mit direktem Anschluss an den Informationsversorger. Und jeder Nutzer wird zur wandelnden Google-Schnittstelle. Mit mobiler, vermutlich bald auch ortsbezogener Werbung wird Google Milliarden verdienen. Die Googleisierung der Welt schreitet also weiter voran. Da wirkt es fast schon ironisch, dass uns der Suchmaschinenkonzern im G1 sogar einen eingebauten Kompass spendiert: Führen nicht ohnehin alle Wege zu Google?

Thomas Vasek ist Chefredakteur des PM-Magazins und rezensiert für den Falter jede Woche Mediengadgets


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