Hund tot, Frau dahin, Arm ab – es ist zum Heulen


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 40/08 vom 01.10.2008

Auf seinem neuen Album „Recovery“ covert Loudon Wainwright III eigene Songs aus den frühen 70er-Jahren

Von den eigenen Kindern in den Schatten gestellt zu werden, ist gewiss nicht die größtmögliche Schmach. Aber von der Tochter als „bloody motherfucking asshole“ beschimpft zu werden, ist zumindest subsuper. Wir werden schon sehen, ob Martha oder Rufus in 40 Jahren ihre alten Songs wieder einspielen können, ohne sich dem Vorwurf versiegender Kreativität aussetzen zu müssen. Davon kann bei Papa Loudon Wainwright III nicht die Rede sein. Auf „Recovery“ legt er nun 13 Neuinterpretationen von Stücken vor, die sich allesamt auf seinen ersten vier Alben (1970–1973) finden.

Wainwright, einst als einer von vielen neuen Bob Dylans gehandelt, blickt auf 300 Songs zurück, von denen ziemlich viele von dem pathetischen und peinlichen, keineswegs aber prinzipiell würdelosen Unterfangen handeln, ein Mann zu sein. „School Days“ etwa zählt zu den schönsten Hommagen an die Hybris

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