"Der Neoliberalismus ist tot"

Politik | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz über die Rolle der Manager in der Bankkrise, den Niedergang Amerikas und das Ende der Deregulierung der internationalen Finanzmärkte

Gespräch: Richard Wimmer

Die Finanzkrise erreicht Europa. Wie kann sie gelöst werden - und was bedeutet sie für die USA. Joseph F. Stiglitz zählt zu den wichtigstenWirtschaftswissenschaftern der Welt. Im Ringstraßenbüro des Vizerektors der Uni Wien sprach der Ökonom und Autor zahlreicher Bestseller mit dem Falter über die Ursachen und Folgen der aktuellen Bankenkrise.

Falter: Herr Professor Stiglitz, haben Sie Angst?

Joseph Stiglitz: Angst nicht, aber ich bin ziemlich beunruhigt wegen der Finanzkrise, es herrscht ein hohes Maß an Unsicherheit - schließlich handelt es sich um extrem riskante Zeiten. Für mich ist es eine Art Déjà-vu, weil es mich an meine Zeit bei der Weltbank erinnert, vor zehn Jahren, als die Asienkrise einschlug. Der Unterschied ist nur, dass damals die Menschen in Thailand und Indonesien


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