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Politik | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Im Sumpf der Verhaberung

Das österreichische Geflecht zwischen Politik und Medien ist ein ebenso kurioses wie tragisches Spezifikum. Dafür gibt es genug Beispiele - von der Realverfassung des ORF über die Formil-Fusion bis hin zum mittlerweile legendären SPÖ-Brief an Hans Dichand. Aber auch das unentwegte und gleichsam wirkungsbefreite Sich-an-diesem-Spezifikum-Abarbeiten kritischer Journalisten, Intellektueller und Alt-Politiker gehört dazu. Der neueste Beitrag aus dieser Kategorie entstammt dem Institut für Journalismus & Medienmanagement an der FH Wien. Das vorliegende Interviewbuch beinhaltet 22 Gespräche mit "Geflechtsexperten" wie etwa Ex-Vizekanzler Erhard Busek, Ex-Grasser-Kabinettschef Matthias Winkler und Falter-Autorin Barbara Tóth. Manche der Gespräche wollen sich nicht so recht entwickeln, da die Fragen Stichwortcharakter und die Antworten elegische Längen aufweisen. Einige Interviews sind hingegen scharf geführt und entlarven ein weiteres Mal die Gründe für die heimische Öffentlichkeitsmisere: unzureichend gebildete, verhaberte Journalisten und Politiker, die Österreich einem desinteressierten Publikum als Nabel der Welt verkaufen. SA

Clemens Hüffel, Anneliese Rohrer (Hrsg.): miteinander.gegeneinander - politik.medien. Holzhausen, 160 S., € 19,-


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