Nachgesehen

Gestern wurde hier noch gelacht. Jetzt herrscht ewige Ruhe

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Während der eineinhalbstündigen Zeremonie wurde zwei Dutzend Personen gedankt, drei Dutzend Mal geklatscht und einmal gelacht - es dürfte das letzte Mal gewesen sein an diesem Ort. 20 Jahre lang wurde über Finanzierung, Standort und Umweltauflagen diskutiert, bis Bürgermeister Michael Häupl und der scheidende Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, am vergangenen Freitag schließlich Österreichs ersten islamischen Friedhof einweihen konnten. 200 Personen, hauptsächlich Würdenträger und Journalisten, waren im strömenden Regen nach Liesing, den südlichsten Teil Wiens, gekommen. Am Tag danach ist das Wetter nicht besser, keine Menschenseele treibt sich auf dem 3,4 Hektar großen Grundstück, einer Wiese, die von einem Schotterweg durchzogen ist, herum - auch nicht unter der Erde. Denn noch hat die Glaubensgemeinschaft, die den Friedhof verwaltet, keinen einzigen Grabplatz vergeben.


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