Nachgetragen

Pseudo-Anonymität in Wien, Junk-Food-Steuer in Paris, Gestank in Israel und Europa in Tiflis

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender Begebenheiten

Politik | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Wien: Anonymität ist relativ

Vor drei Wochen und damit rechtzeitig vor der Nationalratswahl startete der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) die bisher größte Mieterbefragung Österreichs (Falter 39/08). Ludwig schickte allen 220.000 Gemeindebauhaushalten einen Fragebogen. Die Antworten auf die 20 Fragen sollten der Stadtverwaltung Auskunft über die Alltagsprobleme im Gemeindebau geben. Wer an einem Gewinnspiel teilnehmen wollte, der konnte auch Name und Adresse angeben. Für den Rest galt: "Sie können den Fragebogen gerne anonym zurücksenden", wie auf dem Blatt zu lesen stand. Von Anonymität kann aber keine Rede sein: Der Bürgerrechtsverein quintessenz hat herausgefunden, dass der unscheinbare Barcode, mit dem jeder Fragebogen versehen ist, die Nummer des jeweiligen Mieters zeigt. Ein Skandal? Nicht in Wien. Die Befragung sei nie als "grundsätzlich anonym" angekündigt worden, heißt es nun aus Ludwigs Büro. Außerdem könne man den Barcode ja schwärzen.

Paris: Junk-Food-Steuer


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