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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Nun recycelt Österreich schon seine eigenen Interviews. Wem das Gespräch mit Eva Glawischnig vom Sonntag bekannt vorkam, der hat ein gutes Gedächtnis: Es stand nämlich schon im August in Österreich. Weil die Fellner-Zeitung in der kurzen Zeit nach dem grünen Machtwechsel von Van der Bellen auf Glawischnig kein besseres Interview erfinden konnte, wurde ein altes Gespräch zusammengestutzt und nochmals ins Blatt gehievt. Die Grünen reagierten per Presseaussendung. In der Samstagausgabe der bunten Tageszeitung fand sich auch ein ausführlicher Teaser auf ein Interview mit dem neuen ÖVP-Obmann Josef Pröll, das erst in der Österreich-Ausgabe vom Sonntag erschien. Dort wiederholt Pröll dann das, was er am Tag zuvor in anderen Zeitungen gesagt hat. Dafür hat Österreich am Sonntag auch "das erste Interview mit Werner Faymann" eine Woche nach der Wahl. Fragt sich nur, wer der Polit-Doppelgänger war, der vergangene Woche als SPÖ-Chef Faymann so gut wie allen anderen Zeitungen ausführliche Interviews gab.


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