"Film hat keinen Zweck"

Feuilleton | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Die Schauspielerin und Regisseurin Valeria Bruni Tedeschi über echte und falsche Gefühle auf der Bühne und im Kino

Interview: Gerhard Midding

Valeria Bruni Tedeschi, 1964 in Turin geboren, gehört zu den bekanntesten Gesichtern des europäischen Kinos. In den letzten 20 Jahren wirkte sie in knapp 70 Filmen mit, verkörperte Frauen, die zumeist nicht viel mit ihr selbst zu tun hatten: So souverän sie als Schauspielerin vor der Kamera agiert, so verletzlich, unsicher, verstört wirken ihre Leinwandcharaktere - die selbstzerstörerische Nathalie in "Oublie-moi" (Noémie Lvovsky, 1994), die psychisch labile Angela in "La parola amore esiste" (Mimmo Calopresti, 1997) oder die arbeitslose Marie in "Rien à faire" (Marion Vernoux, 1999).

In ihrem neuen Kinofilm, "Actrices", begegnet man der "führenden Neurotikerin des französischen Films", wie Valeria Bruni Tedeschi, die Schwägerin von Frankreichs Staatspräsident Sarkozy, gern despektierlich genannt wird, quasi in einer Doppelrolle: als Schauspielerin,

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