"Actrices" von Valeria Bruni Tedeschi: große Verzweiflung, linkische Geste

Feuilleton | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Zwölf Jahre ist es her, dass sich alle in Valeria Bruni Tedeschi verliebten. Damals spielte sie die rosige Bäckerin in Claire Denis' "Nenette et Boni". Das üppige Dekolleté hinter einer Schürze hochgebunden, stand sie am Tresen und strahlte eine verheißungsvolle Wärme aus, wie der Geruch frischer Semmeln - eine Ikone hochsommerlicher Weiblichkeit.

Seither hat sich vieles verändert. Als Schauspielerin hat Bruni Tedeschi ihr Talent insbesondere für gebrochene und tragikomische Frauenrollen in Filmen von Mimmo Calopresti, François Ozon oder Noémie Lvovsky gezeigt, und als Regisseurin mit der stark autobiografisch gefärbten Familiengroteske "Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr …" 2003 ein vielversprechendes Debüt gegeben.

Mit ihrer zweiten Regiearbeit, "Actrices", zeigt sie sich in Personalunion von Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere.

"Actrices" ist eine Rarität (nicht nur) im französischen Kino. Was männliche Kollegen


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