Kamerafahrten auf der Leinwand

Feuilleton | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Die Kunsthalle Wien lädt zur Neuentdeckung von Edward Hopper im Kontext zeitgenössischer Kunst

Ausstellungskritik: Klaus Nüchtern

Schönheit der amerikanischen Landschaft: dass noch dem kleinsten ihrer Segmente, als Ausdruck, die unermessliche Größe des ganzen Landes einbeschrieben ist." Was Theodor W. Adorno in seinen "Minima Moralia" notiert, ist als Amerikagefühl selbst jenen geläufig, die das Land noch nie betreten haben - nicht zuletzt aus den Bildern Edward Hoppers (1882-1967), dessen grandioses "Western Motel" von 1957 in der Kunsthalle Wien zu sehen ist und der Ausstellung auch gleich den Namen gegeben hat.

Das Bild ist ein Kondensat jener Begriffe und Mythen, die mit dem Namen "Amerika" verbunden sind: Aufbruch, Weite, Mobilität, Gegenwärtigkeit. Obwohl sich - wie meistens bei Hopper - next to nothing abspielt, ist es von einer kinematografisch anmutenden Dynamik und ein bestechendes Beispiel für jene dramaturgische Valenz der Hopper'schen Bildräume, die beim Betrachter


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