Vom Kunstwollen in der Baukunst

Feuilleton | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Die 11. Architekturbiennale in Venedig ist inhaltlich leer, anachronistisch und manieriert

Rezension: Jan Tabor

Das Leben der Revolutionäre ist hart, die Sitten untereinander manchmal roh. Besonders in den postrevolutionären Phasen. So ist es auch unter den revolutionären Architekten. Helmut Swiczinsky geht es neuerdings ähnlich wie einst Leo Trotzki. Swiczinsky, der 1968 die bald darauf weltberühmte Architekturgruppe Coop Himmelblau mitbegründete, wird aus der Geschichte der revolutionären Weltarchitektur herausretuschiert.

Wolf D. Prix, der andere Coop-Himmelblau-Gründer, jetzt Coop Himmelb(l)au, zeitigt eine Leidenschaft für bereinigte Rekonstruktionen. Das ist bereits mehrmals aufgefallen, bei der vorletzten, der 10. Architekturbiennale in Venedig, als er als Kommissär den hübschen österreichischen Pavillon mit den nicht weniger hübschen, wiewohl kostspieligen und inhaltlich völlig unsinnigen Rekonstruktionen von zwei Ikonen der österreichischen Architektur bestücken ließ:


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