Nüchtern betrachtet

Warum ich rundum so gut gelungen bin

Feuilleton | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Es ist keineswegs Aufsässigkeit oder Unbotmäßigkeit, die mich von der Kommentierung meines kolumnenkrönenden Konterfeis bislang abgehalten hat, ich hatte den redaktionsinternen Ukas, der diese gebot, schlicht übersehen. Sollte das für schlechte Stimmung in der Kollegenschaft oder Verärgerung an höherer Stelle gesorgt haben, tut es mir aufrichtig leid. Ich finde mich jedenfalls total gut getroffen und nicht nur rundum gelungen, sondern auch verstanden, ja geradezu bis auf den Bodensatz meiner Seele durchschaut.

Schon meine äußere Erscheinung ist mit wenigen Strichen trefflich umrissen und sachkundig ins rechte Licht gesetzt. Das betrifft vor allem das - neben meiner Nase (die en face freilich nicht ganz so ergiebig ist) - hervorstechendste Feature: mein extrem kregles Haupthaar. Es erfreut sich generationen-, geschlechter- und gattungsübergreifend großer Beliebtheit: Knaben ziehen daran; Kormorane bauen sich ein Nest darin; junge Mütter murmeln süße Worte hinein; und die verrückten

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