Stadtrand

J-eah, wir sitzen in der Kulturvolksammelbim!

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Wien bleibt wach, nach Ladenschluss werden hier nicht die Gehsteige raufgeklappt. Au contraire! Dann beginnt in unserem schönen Städtchen das Hauptabendprogramm. Große Teile der Bevölkerung begeben sich in Theater, Konzertsäle und Kinos. Herausgeputzte Menschen machen was für Erbauung und Bildung, wie löblich. Bizarrerweise sind die meisten Veranstaltungen ungefähr zur selben Zeit aus, wie blöd. Das führt nämlich zu überfüllten Öffis, und an den Programmheften ist zu erkennen, wo die Leute gerade gewesen sind.

Die Straßenbahnlinie J ist die Kulturvolksammelbim. Beginnend bei Künstlerhauskino, brut und Musikverein holt sie Ronacher- und Staatsopernpublikum ab; später steigt noch das Theater in der Josefstadt zu. Alles drängt in eine Linie, die um diese Zeit gefühlte dreimal stündlich verkehrt - Luft! Wie gut, dass der J Ende Oktober zur 2er-Linie wird und den Ring weiter bis zum Schwedenplatz fährt. Dann kann er die Leute vom Konzerthaus, Gartenbaukino und der Urania gleich auch noch mitnehmen.


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