Die Unbeteiligten

Stadtleben | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Ihr Umfeld entwickelt sich rasant. Nur für sie bleibt alles gleich. 70 Kilometer vor Wien liegt das westlichste Romaghetto Europas

Reportage und Fotos: Joseph Gepp / Slowakei

Als der slowakische Häuslbauer die Frage hört, ob es denn Probleme gebe hier im Ort, zieht er nur die Brauen hoch und deutet stumm nach hinten, da seht ihr es doch, was soll also diese Frage. Sein Finger zeigt ans Ende einer Straße mit schmucken Einfamilienhäusern und Vorgärten. Dort, hinter dem rostigen Stahlzaun, dem verwahrlosten Stück Wiese und der Betonmauer mit den einzeln herumhängenden Stacheldrahtfetzen - dort liegt das, was die Leute hier die Kolonie nennen.

Kaum jemand aus dem Ort hat sie je betreten. Man kennt nur die Geschichten von Gewalt und Inzest, man riecht den Müll und die Verwahrlosung, man hört die Bewohner, wie sie einander anbrüllen. Die Roma von Plavecký Štvrtok leben isoliert vom Rest der Bevölkerung. Wer in das Städtchen kommt und die Hauptstraße mit ihren kleinen aufgeputzten


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