Lokführerinnen und Puppenväter

Stadtleben | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Ein privater Wiener Kindergarten nimmt Gleichstellung ernst - und setzt sie dabei auch spielerisch um

Reportage: Lisa Mayr

Noch ein Mal schlafen. Dann ist Martin fünf und darf seine Freunde zu McDonald's einladen, wie er stolz erzählt. Für den Bub hat gerade das letzte Jahr im Kindergarten begonnen. An die Schule denkt er noch nicht, vor allem nicht heute. Heute wird im Kindergarten gefeiert, es gibt Kuchen für alle und Geschenke für ihn. Aber einen Berufswunsch hat Martin schon: Er will Lokführer werden.

Die Frage nach dem Grund hört er nicht mehr, jetzt wird fangen gespielt. Eine Schar Kinder läuft durch die Gänge des Kindergartens. Ein passendes Leo ist rasch gefunden: Hinter dem Geschirrwagen, den der Zivildiener gerade vor sich herschiebt, ist der ideale Zufluchtsort.

Das Toben der Kinder vor ihrer Bürotür bringt Karin Rosenlechner nicht aus der Ruhe. Sie sitzt am Schreibtisch und beantwortet seelenruhig selbst jene Fragen, die ihr schon oft gestellt wurden. Wie jene, ob denn


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