Fußball

Fußballlektüren (4): der Zwischenbericht

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Eine der interessantesten Textsorte der Fußballpublizistik ist jene Spezies von nicht brandaktuellen Texten, die quasi im Niemandsland zwischen den Spielen erscheinen. Der Autor hat dafür mehr Zeit als für den nach Schlusspfiff hastig reingeklopften Spielbericht, kann ein Spiel, einen Spieler oder ein Team in Ruhe analysieren. Auch Spieler oder Trainer sind mit etwas Abstand zum Geschehen meist ergiebigere Gesprächspartner als im dampfenden Kabinengang unmittelbar nach dem Match. In Österreich macht man aus dem Format recht wenig. In der Süddeutschen Zeitung aber, wo es auch entsprechend Platz dafür gibt, gehören diese Texte zu meiner Lieblingslektüre. Hier entwerfen die Autoren Thesen, die auch dann noch anregend zu lesen sind, wenn man sich, sagen wir, für die Viererkette des VfL Bochum eigentlich nicht rasend interessiert.


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