Jetzt setzt's gleich was!

Stadtleben | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Die Wahrheit übers Setzen von Blumenzwiebeln, die jetzt unter die Erde gehören

Text: Julia Kospach

Die Liebe zum Schmutzigen, Erdigen zählt zu den frühesten menschlichen Leidenschaften, und sie ist auch unsere letzte." Der schöne Satz stammt vom Schriftsteller, Liberalen und glühenden Abolitionisten Charles Dudley Warner (1829-1900), der in Connecticut 20 Jahre lang Garten an Garten mit seinem Freund Mark Twain lebte. Die Nähe färbte ab, denn wie der schreibende Nachbar hatte auch Warner einiges Treffende zu sagen. Vor allem auch über die seltsame Leidenschaft des Gärtnerns, die sich besonders im Herbst mitunter gegen leisen Spott zu verteidigen hat.

Denn die Gartenarbeit an kühlen Herbsttagen ist von außen betrachtet ein durchaus eigenwilliges Vergnügen: Man steht da, mit klammen, erdigen Fingern, tropfender Nase und einer unter einer Wollhaube glühenden Schweißstirn und buddelt, bis mitten am späten Nachmittag die Dunkelheit hereinbricht. Es hilft nämlich alles nichts: Die


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