Einhundert Susanne Winters

Steiermark | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Eine Susanne Winter reicht, sollte man meinen, wenn man FPÖ-Stadträtin Susanne Winter kennt, die mit ihren islamfeindlichen Aussagen für Aufregung sorgte. Für Joachim Hainzl war eine Susanne Winter bei Weitem nicht genug. Für ein Projekt im Rahmen des steirischen herbst schrieben er und Tanja Krenner vom Forum Stadtpark achtzig Susanne Winters in Deutschland und zwanzig in Österreich an.

Zwei Susanne Winters waren bereit, bei Hainzls Projekt mitzumachen. Susanne Winter aus München und Dr. Susanne Winter aus Salzburg haben sich mit Hainzl Sprüche ausgedacht, die nun auf zehn Dreieckständern und fünf Großplakaten zu lesen sind. Susanne Winter sagt dort "Ja zur kulturellen Vielfalt, nein zu Rassismus und Ausländerfeindlichkeit". Ein anderer Slogan lautet: "Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt. Graz hat's." Hainzl möchte damit Irritation auslösen, den Rassismus von BZÖ und FPÖ aufzeigen und die "Trademark Susanne Winter zerstören".

Dumm nur, dass sich das Original - Stadträtin Susanne Winter - über die unverhoffte Werbung zu freuen scheint: "Ich sage danke. Das zeigt, dass ich mir weit über meine Partei hinaus einen Namen gemacht habe." Hainzl sieht es positiv: Wenn Susanne Winter sich nun schon mit seinen Plakattexten abbilden lasse, sei ihm die Umkehr bereits gelungen. "Winter steht nun nicht mehr für Rassismus, das lässt für ihre politische Zukunft und jene ihrer Partei hoffen." DN

Winter im Herbst, bis 26.10. Großplakate: Einspinnergasse, Grabenstraße 224, Humboldtstraße, Lazarettgürtel 72, Lindweg 1. Plus zehn Dreieckständer im Stadtgebiet


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