Die groben Unterschiede

Steiermark | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Die ersten szenischen Produktionen im steirischen herbst stellen das gängige Theaterbild auf den Kopf

Premierenkritiken: Hermann Götz

Zuletzt hat einer der Grazer Theatermenschen gesagt: "Der Florian Malzacher hasst ja das Theater." Das wird jetzt nicht autorisiert. Weiß angeblich eh jeder. Nur stimmt's nicht. Oder besser: Es stimmt nur dann, wenn man eine sehr bestimmte Vorstellung von Theater hat. Offenkundig ist allerdings, dass sich der steirische herbst unter Veronica Kaup-Hasler und ihrem umtriebigen Dramaturgen hartnäckig allen Bühnenkonventionen (inklusive dem sogenannten Regietheater) verweigert. Um szenische Kunst konsequent und mit jeder Produktion neu zu buchstabieren. Klingt eindrucksvoll. Ist aber genau genommen eine Selbstverständlichkeit. Denn wozu, bitte, ist der herbst sonst da? Ganz unabhängig davon, welche Vorstellung von Theater eine Vorstellung bestimmt, geht es Abend für Abend nicht nur um die Frage, was Theater sein kann, sondern vor allem auch darum, was Theater

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