Ich kam, sah, Signa: Mein kurzes Leben als Bill

Steiermark | aus FALTER 41/08 vom 08.10.2008

Sieben Stunden in der Krankenhausinstallation Komplex Nord verlangen einiges vom "Patienten".

Spitalsbesuch: Gregor Schenker

12 Uhr mittags, die ersten Patienten trudeln im hinteren Trakt des Festivalzentrums des steirischen herbst ein, dort, wo das dänisch-österreichische Performerduo Signa seine theatralische Dauerinstallation "Die Komplex-Nord-Methode" betreibt. Schwester Fleur Belle bringt uns nach oben zur Rezeption. Dort lesen wir uns die Broschüre "Ihre Pflichten als Patient" durch. Da wird schon klar, wo die Reise hingeht. In die Entrechtung. Schwester Zucki nimmt mich an der Hand und bringt mich zu meinem Bett. Ich muss mich ausziehen, meine neuseeländische Kette abnehmen, meine ganzen Habseligkeiten abgeben, in eine fleckige Unterhose und ein grobes, weißes Patientenhemd schlüpfen. Vor neugierigen Blicken schützt nur ein notdürftig vor mich gehaltenes Leintuch. Das findet sicher mancher befremdlich. Die junge Dame neben mir kichert nur. Jetzt bekomme ich noch ein Namensschild


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