Musiktheater

Z'widerwurzige Prinzessin: Irmingard am Burgtheater

Kritik

Lexikon | Andreas Dallinger | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Mordsspaß mit Bläsern: Irmingard

Nach RuhrTriennale und Salzburger Festspielen landet die Erfolgsproduktion "Irmingard" nun am Wiener Burgtheater. Die zwiderwurzige Prinzessin schickt ihre Freier lieber auf die Bretter, als dass sie in eine Vermählung einwilligt. Erst unter großväterlichem Druck und angesichts eines heldischen Drachenkampfs landet sie in den Armen eines braven Mannes aus Melk. Bernd Jescheks Text, einer Moritat angelehnt, ist um keinen pfiffigen Reim verlegen und sorgt für das Mordsspaßgerüst, in dem das Bläserseptett Mnozil Brass hinreißend turnt: exakt und beweglich in den Choreografien (Ferdinando Chefalo), inbrünstig im Gesang ohne stimmliche Grundlage und virtuos im Spiel ihrer Instrumente, mit denen die sieben, weltweit akklamierten Herren verwachsen scheinen. Die Musik, die sie für "Irmingard" komponiert haben, schlängelt sich durch den musikgeschichtlichen Wald von Mönchsgesängen bis Rap, bis kein Baum mehr steht - wobei das Zitat niemals ins Penetrante rutscht. Eine holzfällerische Meisterleistung.

Nächste Vorstellung: Burgtheater, Mo 20.00


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