Seinesgleichen geschieht

Die Krise fordert unser Vertrauen, noch ehe wir sie durchschauen

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Der Staat kann ja doch noch was. Er kann bei Krisen einschreiten, sogar präventiv. Die Großmäuler der Staatsfeindlichkeit klingen derzeit etwas kleinlaut, wenngleich sie sich weiterhin um forcierte Rhetorik bemühen. Die Antieuropahetze hat schlagartig aufgehört; nach einigen Versuchen von Boulevardblättern, auch die Finanzkrise noch der Europäischen Union anzulasten, hat man sich auf halbherzige Anschuldigungen zurückgezogen, die EU handle zu langsam und bringe nichts zustande.

Der Volkssport, die Regierung als einen Club versagender Trottel anzukübeln, die nur feiern und nichts zusammenbringen, ist schlagartig aus der Mode gekommen. Selbst konservative Kommentatoren sind draufgekommen, dass der vermeintliche Befreiungsschlag der Österreichischen Volkspartei in Selbstverstümmelung mündete, wobei die Mitverstümmelung des Gegners der geringste Trost sein dürfte.

Der als Partykanzler geschmähte Alfred Gusenbauer und der nun, da es vorbei ist, entspannt wirkende Finanzminister


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