Haider würde sich als Gewinner fühlen

Falter & Meinung | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Er konnte nicht verlieren und hat die Spielregeln ignoriert. Seine Wähler suggerierten ihm, er sei das bessere Gesetz

Nachruf: Heide Schmidt

Die Nachricht kam in den frühen Morgenstunden an meinen Urlaubsort. In der Folge lehnte ich mehreren Journalisten gegenüber ab, mich zum Tod Jörg Haiders zu äußern. Einer fragte, ob ich unter demselben Schock stünde wie die ganze Republik. Die ganze Republik? Das machte mich sprachlos.

Vor 20 Jahren habe ich fünf Jahre lang mit Haider in hohen Parteifunktionen zusammengearbeitet. Es war daher nicht aus der Luft gegriffen, als er mich erst kürzlich als „ehemalige Weggefährtin“ bezeichnete. Benutzte er diesen Begriff, um meinen potenziellen Wählern die seinerzeitige FPÖ-Zugehörigkeit in Erinnerung zu rufen, um sie damit gegen mich zu immunisieren, wie er es einst mit meiner Bezeichnung als Verräterin seinen Leuten gegenüber getan hat?

Oder war es eine Geste der Versöhnung des in die Jahre Gekommenen, eine Aufforderung, mich doch an die

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