Kolumne

Die Finanzkrise zeigt: Die EU braucht einen Finanzminister

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Karl Marx pflegte einst die irren Schübe in der Finanzwelt auf die Anarchie der kapitalistischen Produktionsweise zurückzuführen. Logisch, dass das globale Chaos in der Welt der Banken auch die internationale Politik durcheinanderwirbelt. Letzte Woche waren die Europäer dran, die sich lange von den amerikanischen Exzessen verschont glaubten.

Noch vor 14 Tagen blockierten Deutschland und Großbritannien einen französischen Vorstoß zu einem EU-Notfonds nach dem Beispiel des amerikanischen 700-Milliarden-Pakets. Deutsche Steuerzahler werden sich niemals dafür hergeben, unsichere italienische, irische oder ungarische Banken zu retten, hieß es brüsk aus Berlin. Zwölf Stunden später explodierte der Milliardenskandal der bayrischen Hypo Real Estate. Plötzlich galten ausgerechnet die deutschen Banken als besonders gefährdet. Bundeskanzlerin und Finanzminister mussten den Bürgern betreten vor laufenden Kameras die Sparguthaben garantieren. Drei Tage später bewahrte Großbritanniens


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