Mein Leben mit Jörg Haider

Politik | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Popstar, Faszinosum und Putschist: In den 22 Jahren seiner politischen Karriere hat der Wahlkärntner Österreich geprägt. Nicht zum Guten

Essay: Armin Thurnher

Wenn ich Jörg Haider höre, muss ich an einen Kellner aus dem Koranda denken. In diesem Wiener Gasthaus, einem Szene- und Künstlerlokal, hatte er bedient, gleichmütig und freundlich gegen die seltsamen Charaktere, die stets danach trachteten, die Sperrstunde zu unterlaufen. Immer freundlich, richtig sympathisch. Fast hätten wir ihn als einen der unseren betrachtet. Dann sperrte der Koranda zu, der Kellner war arbeitslos. Da stand er nun in der ersten Reihe, während Jörg Haider zur Musik von „The Final Countdown“ einzog.

Wutverzerrten Gesichts brüllte der Kellner seinen Hass gegen die Ausländer heraus, denen alles geschenkt wird, begeistert schrie er sich heiser gegen die da oben, die lügen und die anständigen und fleißigen kleinen Leute betrügen. Man sollte dabei gewesen sein. Man sollte einmal gesehen haben, was der


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