Der Erbfolgekrieg

Politik, FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Die FPÖ lehnt sich entspannt zurück, das BZÖ kämpft ums politische Überleben

Analyse: N. Horaczek, J. Ortner

Vor der Wahl waren die Rollen klar verteilt. Jörg Haider gefiel sich als gönnerhafter Onkel mit Lebenserfahrung, der dem dummen Buben zeigt, wo es langgeht. Das ließ sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache nicht gefallen und entzog seinem einstigen Idol vor laufender Kamera das Duwort. Haider habe die Partei „verraten und verkauft“, er versuche sich über eine „falsche Anbiederung“ bei der FPÖ einzuschleimen, sagte der Blaue; Strache sei nur eine „Kopie“, er selbst das Original, konterte der Orange.

Nach dem 28. September hatten die Kontrahenten gemeinsam fast 30 Prozent der Stimmen bekommen – und aus Feinden wurden plötzlich Gesprächspartner. Der damalige BZÖ-Chef Haider warb offen um ein Bündnis, er wäre gerne mit Strache in eine schwarz-blau-orange Regierung eingezogen. Dieser hielt sich freundlich bedeckt. Vergangene Woche trafen die beiden einander zum

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