Kommentar

Der Staat braucht Eigentum an den Banken. Um sie zu zähmen

Bankenkrise und die Folgen II

Politik | Kurt Bayer | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Im vergangenen Wahlkampf konnte man meinen, Österreich sei wieder zur „Insel der Seligen“ mutiert. Mag die Welt unter der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren stöhnen, wir debattieren über Einwanderung, Asylmissbrauch, Teuerung und die Verfehlungen der jeweils anderen Partei. Das Schicksal der Großbanken wird allenfalls hämisch belacht, und es wird „Rache“ gefordert an den „gierigen Bankern“.

Eines vorweg: Die Krise ist nur zu einem geringen Teil hausgemacht (man denke etwa an die unzureichende Ausstattung der Finanzmarktaufsicht und deren primär parteipolitisch motivierte Besetzung und Arbeitsteilung mit der Nationalbank). Unsere Banken haben auch kaum in die aberwitzigen, noch vor kurzem als innovativ und effizient gepriesenen Produkte der Finanzmarkttechniker investiert, weil sie sich glücklicherweise stärker den Märkten in östlichen und südlichen Nachbarstaaten widmeten. Die Folgen der Krise treffen uns dennoch und werden uns noch lange beschäftigen.

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