Hasta la victoria siempre: Che Guevara steht im Donaupark

Politik | Joseph Gepp | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Was war das für eine Veranstaltung neben dem Donauturm, das letzte Zucken einer ideologisch aufgeladenen Sozialdemokratie. 200 Menschen waren zur Enthüllung gekommen, Lateinamerikaner, Altkommunisten, Vollbartträger, rote Sterne auf Kappen und Westen. Der SPÖ-Pensionistensprecher Karl Blecha hielt eine Rede: Er habe ihn, Ernesto Guevara, noch persönlich gekannt und in den 60ern bei einem Kongress in der algerischen Hauptstadt getroffen. Und dann sprach er von den Bildern des „großen Che“, die „zu Recht bis heute in den Schlafsälen der Studentenheime hängen“ würden. Ihm kamen fast die Tränen. Ein Kubaner sagte: „Hasta la victoria siempre“, während hinter ihm die kleine Liliputbahn vorbeituckerte. Am nächsten Tag steht die bronzene Che-Büste, die einzige in Westeuropa, verlassen da. Keine Flaggen, keine Kappen, keine großen Worte. Vier italienische Touristinnen mit Lockenwicklerfrisuren spazieren zu fällig daran vorbei. Sie wundern sich.


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