Mediaforschung

„Wieso redet die Lili jetzt mit einem Socken, Herr Schorn?“

Nachfragekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Lili ist zurück. Das kindliche Zielpunkt-Testimonial, das die Lebensmittelkette Zielpunkt vor einigen Jahren mittels eines „Österreich sucht die Lili“-Castings für seine Werbelinie suchte, kehrt mit einem gestreiften Socken auf den Bildschirm zurück. Manchmal sitzt der Strumpf am Arm neben Lili, manchmal springt er auch ganz frech auf das Kinderhaupt. „Den Sparstrumpf hält sie sich nicht immer über den Kopf“, beruhigt Jörg Schorn, Creativ-Director von PKP Proximity und Leiter des Kreationsteams, das den neuen Zielpunkt-Werbeauftritt entwickelte. Lili ist ab jetzt mit dem „Sparen ist unser Ziel“-Socken im Zielpunkt unterwegs. „Mit dem Sparstrumpf haben wir dem Kind ein Element dazugegeben, das auch nicht unbedingt immer nur gemeinsam mit Lili unterwegs sein muss“, sagt Schorn, der seit zwölf Jahren im Werbegeschäft aktiv ist. Mit dem sprechenden Wollding, laut Zielpunkt-Homepage ein „Sturkopf“, der günstige Preise liebt, möchte man das Disconter-Image des Konzerns aufpolieren. Dass Zielpunkt nach Jahren aggressiver Preiswerbung wieder auf Kinderaugen setzt, hat einen simplen Grund: „In den vergangenen Jahren hatte Zielpunkt nur mehr das Image des Günstigen, aber günstig sind andere auch. Was allerdings fehlte, war die gefühlsmäßige Bindung. Der emotionale Kaufanreiz ist auch ein wichtiges Element“, sagt der Werber. Da habe es wieder etwas gebraucht, das mitten ins Herz der Konsumenten treffe. Der neue Zielpunkt-Strumpf komme bei den Leuten ausgesprochen gut an, es gebe bereits zahlreiche Anfragen, wo dieser zu erwerben sei, heißt es aus der Agentur. „Das ist aber eine Maßanfertigung, von der es weltweit nur drei Prototypen gibt“, erklärt Schorn. Auch die Lili ist übrigens nicht mehr die alte: „Die erste Lili ist mittlerweile wohl schon schwer in der Pubertät.“


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