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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Wer in Österreich die eierlegende Wollmilchsau sucht, die alle glücklich macht, der braucht nur zur neuesten Media-Analyse zu greifen. Eigentlich ist diese in regelmäßigen Abständen veröffentlichte Analyse nichts anderes als eine Auflistung, wie viele Österreicher angeben, wie oft sie zu einem bestimmten Medienprodukt greifen. Trotzdem gibt es immer nur Gewinner. Der Standard freut sich, die Zeitung mit dem höchsten Akademikeranteil zu sein – und das bei Österreichs niedriger Quote an Uniabsolventen, der Kurier, gerade bei der neuesten Media-Analyse hinter Österreich gerutscht, ist nun laut Eigendefinition „die meistgelesene Qualitätszeitung in Österreich“. Die Oberösterreichischen Nachrichten sind „stark, meinungsbildend, glaubwürdig“ und die Kleine Zeitung ist „die Nummer eins im Süden“, die Krone ist – no na – mit 42,2 Prozent Marktanteil überhaupt die Nummer eins. Und Österreich jubelt, „angesichts einer wahren Titelflut“ den Kurier überholt zu haben. Wie schön wäre die Welt, gäbe es mehr solcher Wettkämpfe mit lauter Siegern.


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