Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

In den üblichen Krimihochglanzserien ist leider kein Raum für Abgründe. Schön, dass die FBI-Blutoper „Criminal Minds“ (ATV, Do 20.15 Uhr) jetzt wieder gepflegte Düsternis zelebriert. In der neuen Staffel wurde der schwermütige Profiler Jason Gideon vom brillanten David Rossi (Joe Mantegna) als Chef der berüchtigten BAU (Behavioral Analysis Unit) abgelöst. Rossi und sein Team verarzten fiese Frauenschänder, mutterfixierte Serienkiller und satanistische Kannibalen, dass es nur so eine Freude ist. Hauptsache, der Fall ist bizarr genug, denn die FBI-Leute aus Quantico kümmern sich – wie ihre realen Vorbilder – nur um die interessanten Täter. Dabei riskieren sie den direkten Blick in die Seele des Mörders: finster, grauslich, aber spannend. Die FBIler plagen sich auch mit dem brutalen Job, Depressionen und Sinnkrisen inklusive. Das erinnert an „Schweigen der Lämmer“, nur dass die Serie noch einen Schritt weitergeht und uns sagt: Du musst das Böse bekämpfen, wo immer es sich zeigt – auch wenn du es nicht endgültig besiegen kannst.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige