Nobelpreis: Das einzige auf Deutsch lieferbare Buch von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Feuilleton | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Buchrezension: Sebastian Fasthuber

Während Kiepenheuer & Witsch in wenigen Tagen eine Reihe lang vergriffener Titel Le Clézios wieder auflegen wird, ist der bei Hanser erschienene „Afrikaner“ momentan das einzige auf Deutsch lieferbare Buch des Literaturnobelpreisträgers 2008. Es handelt sich um eine kleine autobiografische Erzählung, in der die großen Motive und Motivationen sichtbar werden, die sich durch das Werk des 1940 geborenen Autors aus Nizza ziehen: Reisen, Interesse für sogenannte exotische Kulturen und für ein Leben im Einklang mit der Natur.

Le Clézios Vater war 1928 aus Abenteuerlust als Arzt nach Afrika gegangen und ist dort bis zu seiner Pensionierung Anfang der 50er-Jahre geblieben. Lange lebten er und seine Frau als die einzigen Weißen in einer abgelegenen Region, die heute das Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun bildet. Als sie schwanger wurde, schickte er sie zur Geburt ihres ersten Sohnes 1938 nach Frankreich, bei einem Besuch 1939 wurde Jean-Marie Gustave


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