Die Alltäglichkeit der sozialen Revolte

Feuilleton | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Der mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Schulfilm „Entre les murs“ von Laurent Cantet eröffnet die Viennale

Filmkritik: Ramón Reichert

Bei der Recherche für seinen Film „Vers le sud“ (2005) kam der französische Regisseur Laurent Cantet auf die Idee, einen Film über den Alltag in einer Schule zu drehen. Zu dieser Zeit waren die öffentlichen Debatten in Frankreich beherrscht vom Bild der Schule als einer Art „idealer Kommunikationsgemeinschaft“. Regisseure wie Nicolas Philibert („Etre et Avoir“) beschworen die Schule als Ort der Zuflucht. Dieses republikanische Ideal der Gleichheit und Gemeinschaftlichkeit wollte Cantet mit seinem Film grundsätzlich infrage stellen: „Mit meinem Film wollte ich das Gegenteil zeigen: einen Resonanzboden, einen Mikrokosmos der Welt, wo Themen wie Gleichheit und Ungleichheit in Beziehung zu Arbeit und Macht, kultureller und sozialer Vereinnahmung und Ausschließung eine große Rolle spielen.“ (Interview mit Philippe Mangeot, Festival


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige