Diese Woche haben wir gelernt

Stadtleben | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Bemerkenswerte Stadtbegebenheiten

… dass im IMAX-Kino Boku-Vorlesungen und Partys stattfinden. Na also. Das Haus beim Technischen Museum ist lange leergestanden.

… dass Chinatown wohl doch nicht in die Kettenbrückengasse kommt. Chinesische Lokalinhaber wünschen sich dort laut Standard ein großes Drachentor (wie zum Beispiel in San Francisco) als Werbung. Nachdem Margareten ohnehin mit zahlreichem Straßenschmuck, Plastikwolken und Asphaltblumen zugeräumt ist, kommt’s doch auf ein Drachentor schon nicht mehr an. Andererseits: Die orange Plastikpalme beim Brunnenmarkt mögen auch nicht alle.

… dass der Stephansdom ein neues „Turmkreuz“ bekommt, also auch eine Art Drachentor im öffentlichen Raum. Das mit 6000 Blättern Gold verzierte 200-Kilo-Trum wurde unter Zuhilfenahme eines Hubschraubers Anfang der Woche auf der Spitze des Südturms angebracht. In die unter dem Kreuz befindliche „Turmkugel“ packte man typische Alltagsgegenstände unserer Zeit: Zeitungen, eine Kreditkarte und ein Handy. Auf dass sich in 100 Jahren jemand kaputtlacht.

… dass Taxifahren teurer wird. Anfang November steigen die Tarife um vier Prozent, eine 5-Kilometer-Fahrt kostet damit 40 Cent mehr. Darf man sich ab sofort auch mehr Service erwarten? Zum Beispiel, dass Chauffeure ihren Kunden Türen und Kofferraumdeckel öffnen? Bitte, wir sind in Wien: No Service ist unser Erfolg.

… dass Gottes Hand über dem Karlsplatz schwebt – vor der Karlskirche und über einem Kleinwagen der Marke Mini. Aus einer Wolke zeigt ein Finger auf das Automobil. Und anderswo diskutiert man über Drachentore.


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