Utopist des digitalen Sammelns

Stadtleben | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Thomas Haemmerli hat die Wohnung seiner Mutter ausgeräumt. Nun ist er Spezialist fürs Messie-Syndrom

Thomas Haemmerlis Film „Sieben Mulden und eine Leiche“ beginnt mit einer Zumutung: Der Mitarbeiter einer Spezialfirma kratzt mit einem Messer das von den Badezimmerfliesen, was von seiner verstorbenen Mutter übriggeblieben ist. Dann entrümpeln der Schweizer Journalist und sein Bruder das, was die Frau ihren Söhnen hinterließ – eine chaotisch vollgestopfte Wohnung. Haemmerli dokumentiert den Aufräumprozess mit der Kamera, zeigt Familienalben, -filme und -geschichten. Das ist viel lustiger, als es klingt. Und aufklärerischer, denn Chaos und Sammelwut packen viele Großstadtbewohner. Der Film über das sogenannte Messie-Syndrom und die Familie Haemmerli läuft derzeit im Kino.

Falter: Herr Haemmerli, was ist das Messie-Syndrom?

Thomas Haemmerli: Die Wissenschaft kann’s ja nicht so genau erklären. Zwei Kriterien machen die Sammelwut zu einer Pathologie: Das eine ist, wenn man nichts


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