Dem Lier sehr nahe

Stadtleben | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Andreas Wagner macht, was lange keiner mehr machte: einen neuen Heurigen

Von der Endstation des 38ers kann man über den Grinzinger Steig gehen, das ist sehr schön. Oder, klassisch, vom Parkplatz des Friedhofs Heiligenstadt aus, der übrigens einer der schönsten der Stadt ist und unter anderem die sterblichen Überreste von Udo Proksch beherbergt.

Die Wildgrubgasse führt um den Friedhof herum, am Eck sieht man die ersten Weingärten, Schmerbern heißt die Lage, dann rechts hinauf, da oben heißt’s Ungern und gilt weingartenmäßig als erstklassig. Früher war hier dann der Lier, der urigste und wunderbarste Heurige der Welt, legendär, klein, magisch, unbeschreiblich. Den kaufte ein Kärntner Schönheitschirurg, riss das Häuschen ab, erlangte irgendwie eine Baubewilligung für eine Villa im neo-provençalischen Neureichenstil und spottet der gesetzlichen Auflage, hier Buschenschank zu betreiben, indem er ein paar Mal pro Jahr seine Gartentür aufmacht und den Griller anwirft.

Gleich


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