Vom alten Schlag

Steiermark | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Max L., der für ein Taschengeld als „Knecht“ gearbeitet haben soll, ist mit seinem Schicksal nicht allein

Reportage: Donja Noormofidi, Gerlinde Pölsler

Max L. wirkt an diesem schönen Herbsttag nicht wie ein Sklave. Er steht vor dem Haus von Peter Leitner, der ihn bei sich aufgenommen hat, und blickt ins Tal und auf die umliegenden Berge, wo der 55-Jährige fast sein ganzes Leben verbracht hat. Er schnürt sich die Stiefel, die Wirtin von der Jausenstation hat ihn zum Essen eingeladen. Dabei hat Max im Frühling, nachdem er den Hof vom Bauern P. in St. Peter am Kammersberg verlassen hatte, hungrig auf Parkbänken geschlafen und gefroren, ohne dass es auch nur einen Menschen interessiert hätte. Doch jetzt ist alles anders: Max L. ist berühmt, seit einer Woche taucht sein wettergegerbtes Gesicht sogar in deutschen Medien auf, als das Gesicht jenes Mannes, den, so schreiben die Zeitungen, ein Bauer aus der Gegend „wie einen Sklaven behandelt haben soll“.

Max L. erzählt, er habe von


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