Knilli: Die Geschichte einer „Arisierung“

Steiermark | aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Das Grazer Modegeschäft Knilli feiert heuer seinen 70. Geburtstag . Dabei begann alles mit einem Verbrechen

Bericht: Herwig G. Höller

Vor siebzig Jahren begann eine „Erfolgsgeschichte“ in der Annenstraße. Die Grazer Modefirma Knilli, die nun am Joanneumring residiert, feierte kürzlich stolz dieses Jubiläum. Angefangen hatte jedoch alles mit einem Verbrechen, einer „Arisierung“ in der Stadt der Volkserhebung. Der jüdische Kaufmann Wilhelm Spielmann führte in der Annenstraße 34 ein Herrenbekleidungsgeschäft. Insbesondere die Landbevölkerung habe gewusst, dass man beim Juden gut einkaufen könne, erinnert sich ein Angehöriger Spielmanns, der nicht genannt werden möchte.

Im Sommer 1938 interessierte sich auch ein gewisser Josef Knilli für die Firma Spielmann. Der Fehringer Schneidermeister Knilli, seit 1932 SA-Mitglied und im Februar 1934 wegen „politischer Betätigung“ zu sechs Monaten Haft verurteilt, erhob Anspruch auf das Geschäft. „Knilli Josef, der einer der besten


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