Gesang der Neuronen

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir Musik hören? Das ist eine der komplexesten Fragen der Neurowissenschaften. Wien Modern bringt den Forschungsstand zum Klingen

Dossier: Christoph Drösser

Auditiver Käsekuchen sei Musik, hat der Linguist Steven Pinker einmal gesagt. „Sie kitzelt ein paar wichtige Teile des Gehirns auf sehr angenehme Weise, so wie Käsekuchen den Gaumen kitzelt.“ Einen Zweck erfülle sie nicht, und wenn man sie sich wegdenken würde, bliebe der Rest unseres Lebens praktisch unbeeinflusst.

Eine Welt ohne Musik? Die Verdienste Pinkers für die Sprachforschung in allen Ehren – aber eine Menschheit, die nicht musiziert, ist undenkbar. Und das nicht nur, weil ein Spaßfaktor wegele. Musik ermöglicht uns, Gefühle zu äußern und die Gefühle anderer wahrzunehmen. Und wenn das Gehirn sich im Alter durch die Alzheimerkrankheit auflöst und eine Funktion nach der anderen ausfällt, bleibt als letzter Zugang zu den Dementen nur noch die Erinnerung an die Lieder der Kindheit.


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