Frischluft für den Kinoklassiker

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Burkhard Stangl hat eine neue Filmmusik zu G.W. Pabsts Sozialdrama „Die freudlose Gasse“ komponiert

Vorbericht: Joachim Schätz

Drinnen im Luxushotel hecken findige Spekulanten riskante Strategien zur Selbstbereicherung aus, während draußen auf der Straße das darbende Lumpenproletariat um teure Lebensmittel ansteht: Im Register der Sozialkritik ist „Die freudlose Gasse“ (1925), das kantige Durchbruchswerk von Regiegröße G.W. Pabst, nicht eben subtil – aber angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise umso zeitgemäßer.

„In dieser Situation ist es genau der richtige Film“, meint auch Burkhard Stangl im Gespräch über das Sozialdrama, das nach Hugo Bettauers Romanvorlage von Massenarmut und sexueller Tauschwirtschaft im Wien der Inflationsjahre handelt. Im Auftrag des Konzerthauses hat Stangl für „Die freudlose Gasse“ eine Tonspur aus Instrumentalklang und Elektronik gestaltet – passend zur neuen Restaurierung des seinerzeit skandalisierten und verstümmelten Kinoklassikers


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