Brachial oder genial?

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Der Musikberserker Dror Feiler bringt den Müll ins Konzert – wörtlich

Text: Carsten Fastner

Das ist der jüngste Eklat aus dem künstlerischen Leben des Komponisten Dror Feiler: Im vergangenen April sollte beim Münchener Avantgardefestival Musica Viva sein Orchesterwerk „Halat Hisar“ gespielt werden. Kurz vor dem Konzerttermin aber sagte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks die Uraufführung ab. Begründung: Die Lärmbelastung durch das Stück sei für die Musikerinnen und Musiker schlichtweg zu hoch.

„Halat Hisar“, zu deutsch „Belagerungszustand“, beginnt mit ohrenbetäubenden Maschinengewehrsalven, die von Tonband zugespielt werden – und das, so teilte der verzweifelte Orchestermanager mit, sei noch die leiseste Stelle des 20-minütigen Werks, für das die klassische Vortragsbezeichnung forte fortissimo nur ein Hilfsausdruck ist.

Die Münchner Absage sorgte für einen veritablen Skandal in der Szene. Wirklich überraschen konnte sie nicht. Denn Dror Feiler hat


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