Musik der feinen Unterschiede

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Mit dem Preis der Erste Bank wird heuer Gösta Neuwirth geehrt – auch für sein gewichtiges Lebenswerk

Werkporträt: Lothar Knessl

Was ist ein Ton? Wie viel Zeit braucht es von einem Ton zum anderen? Was höre ich wirklich, wenn ein genau definierter Einzelton im dichten Satzgewebe in die Dimension des Unbestimmbaren mutiert? – Das sind Grundfragen des Komponisten Gösta Neuwirth (geboren 1937 in Wien), bevor er sich zögerlich – genauer: nach langen Denkprozessen – anschickt, ein neues Werk zu schreiben.

Folglich ist sein Œuvre dem Volumen nach kein Schwergewicht (überwiegend höchst unterschiedliche Kammermusik), substanziell hingegen umso gewichtiger. Durch missliche Lebensumstände wurde Neuwirth wiederholt am Komponieren gehindert.

Umso zwingender, Gösta Neuwirth durch die Zuerkennung des Preises der Erste Bank endlich Reverenz zu erweisen und bei Wien Modern aufzuführen – auch im Hinblick auf sein Lebenswerk und sein musikwissenschaftliches Forschen, Schwerpunkt Mittelalter.


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