Scheherazade erzählt auch auf Spanjolisch

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Mario Levi erzählt von einem multikulturellen Istanbul abseits der Islamisierungsklischees

Text: Leopold Federmair

Levi, das ist kein türkischer Name, sondern ein jüdischer, internationaler, nicht wenige seiner Träger haben Weltberühmtheit erlangt. Mario, auch nicht türkisch, sondern lateinisch, romanisch, spanjolisch – diese Sprache, das westliche Pendant zum östlichen Jiddisch, kommt in Mario Levis Istanbul-Roman ein paar Mal vor: Die Großmutter des Ich-Erzählers scheint außer Spanjolisch kaum andere Sprachen verstanden zu haben. Davon abgesehen ist dieser Roman auf Türkisch geschrieben, und es zeigt einen außerhalb der Türkei wenig beachteten, weil mit dem Stereotyp der „Islamisierung“ nicht vereinbaren Aspekt Istanbuls, das Miteinander zahlreicher Minderheiten, die Berührungen zwischen ihren Kulturen. Ein türkischer Multikultiroman? Könnte man sagen. Sogar ein versprengter Offizier der kaiserlich-königlichen Armee kommt darin vor. Multikulturalität nicht als Modeerscheinung,


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