Gelsene dedi bana Kalsana dedi bana

aus FALTER 42/08 vom 15.10.2008

Eine zweisprachige Ausgabe beweist, dass die Gedichte von Nazim Hikmet (1902–1963) ihre Gültigkeit bewahrt haben

Text: Erich Klein

Nazim Hikmet, 1902 in Saloniki als Sohn eines osmanischen Beamten geboren, gilt als größter Dichter der Türkei – den Großteil seines Schriftstellerlebens verbrachte der „kommunistische Aufwiegler“ allerdings in Gefängnis und Emigration. Nach 13 Jahren Haft in der Türkei emigrierte Hikmet 1951 nach Moskau, wo er 1963 starb.

Klagen über die Heimat, verspielte Reime an eine Katze, ein Zypressenhain, der Tod des Vaters – mehr ist über die Jugendgedichte nicht zu sagen. Die Begeisterung des Offiziersanwärters für arabische Mystik und Lyrik der französischen Romantik ist rasch überwunden. Als Kemal Atatürk – nebenbei lebenslanger Bewunderer des Dichters – 1923 die Republik ausruft, hat sich Hikmet schon zu den Bolschewiki nach Russland durchgeschlagen.

Als Student der „Moskauer Universität der Werktätigen des Orients“ verkehrt er in der


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